• Samstag , 24 Juni 2017

Weltmacht Apple: eine Firma regiert den Handymarkt

Update:

Apple dominiert den Smartphone-Markt unumstritten

Apple erntet 94% der Profite bei nur 14,5% Volumina, d.h. einem relativ kleinen Anteil an verkauften Geräten. Im vergangenen Jahr erntet da kalifornische Unternehmen 85% der Profite und konnte sich so ein weiteres mal steigern. In Bezug auf die reinen Verkaufszahlen bzw. Stückzahlen ist Apple auf dem zweiten Platz – allerdings verdienen sie unumstritten und mit sehr großen Abstand das meiste Geld im Smartphone-Sektor.

Das Sony Xperia M4 Aqua klingt erstaunlich. Die abgerundeten Kanten sehen glatt aus und es ist wasserdicht. Es verfügt über eine 13-Megapixel-Kamera (Apple’s iPhone 6s schafft gerade mal 12MP) mit Superior Auto, d.h. einem einzigartigen Autofokus der, laut Information von Sony, 52 verschiedene Licht-Szenarien erkennt und automatisch die optimalen Einstellungen vornimmt, sodass der Benutzer es nicht mehr selbst machen muss.

So wie es vielen anderen Smartphone-Herstellern ergeht, werden nur die Wenigsten das Xperia M4 zu Gesicht bekommen, geschweige denn eines besitzen. Auch nachdem Sony Milliarden ausgegeben hat und seinen Fokus auf die Smartphones gelegt hat, ist das Unternehmen in den Top 10 der Smartphone-Hersteller nicht mehr vertreten. Dieses Schicksal teilen viele Hersteller, die früher sehr erfolgreich im Handy-Markt waren – der Markt ist unglaublich wettbewerbsintensiv geworden. Roger Kay, der Leiter von Endpoint Technologies Associates sagt, dass man mit Mobiltelefonen kein Geld mehr verdienen kann, wenn man nicht Apple oder Samsung ist. Also warum weiter versuchen?

Apple streicht über 90% der Gewinne der gesamten Industrie ein

Untersuchungen von Bloomberg haben gezeigt, dass Apple und Samsung zwei von drei verkauften Smartphones ausmachen. Viel wichtiger ist aber, dass Apple mehr als 90% der Gewinne der Branche einsackt und Samsung sozusagen den Rest erhält. Das heißt für alle anderen Hersteller bleiben nur noch Krümel übrig.

Nach jahrelangen, stümperhaften Versuchen haben Nokia, Hewlett-Packard und andere „Einmalgrößen“ es aufgegeben. Microsoft, das Nokias Smartphone Sparte für USD 9.5 Milliarden gekauft hat, musste kurz danach USD 7.5 Milliarden abschreiben. Für die hartnäckigen Marken der Branche, wie z.B. LG, Sony, HTC und Lenovo, wird es immer schwerer. Sie sind wie Sisyphos, der einen Felsblock auf einen Berg hinaufwälzen muss und der, fast am Gipfel, jedes Mal wieder ins Tal rollt. (Anmerkung der Redaktion: Für Nicht-Kenner der griechischen Mythologie, dieses Motiv ist heute als Sisyphusarbeit für eine schwere Tätigkeit ohne absehbares Ende bekannt.)

Apple dominiert den Markt – mit dem Flagship Smartphone

Apple’s beherrschende Stellung und das Ende der geldmachenden Industrie resultiert aus dessen Geschäftsmodell und der einzigartigen Marke. Seit der Veröffentlichung des iPhone 5c und der damit einhergehenden etwas stolpernden Entwicklung, hat das Unternehmen seinen Fokus auf das jährlich erscheinende „Flagship-Smartphone“ mit einem sehr hohen Preis, mehr als verdoppelt und hat somit den günstigeren Modellen welche für den Massenmarkt gedacht waren, wieder den Rücken zugekehrt. Mit dem iPhone als Profitzentrum, ist das weltgrößte Unternehmen in der Lage in die Eigenentwicklung von schnellen, energieeffizienten Chips sowie leichten Materialien zu investieren und die ohnehin schon sehr gute Software weiterhin zu perfektionieren.

Samsung versucht es mit Nachahmungen

Samsung hat Apple häufig nachgeahmt, jedoch ohne Erfolg. Samsung produziert ebenfalls eigene Chips und Software, und punktet häufig mit neuartigen Features wie z.B. dem gekrümmten Display und schnellem Laden. Samsung, das auch mittelpreisige sowie günstige Smartphones herstellt, verkauft laut Gartner ca. 72 Millionen Stück pro Quartal, Apple dagegen „nur“ 48 Millionen. Diese 72 Millionen sind jedoch von den günstigen, und damit den profitschwachen Modellen, geprägt. Samsungs Gewinne sind seit sieben Quartalen gefallen, die zwar glanzlosen aber profitablen Verkäufe des High-End Smartphones Galaxy S6 stützen der Firma noch den Rücken.

„Samsung verdient eigentlich kein Geld mit Smartphones.“ sagt Roger Kay. „Die guten Nachrichten für Samsung sind, dass sie groß genug und so diversifiziert sind, dass sie Fehler machen und weiterhin mitspielen können.“ Andere große Unternehmen, einschließlich Chinas Lenovo, haben es noch schwerer ihr Smartphone Geschäft zu rationalisieren. Lenovo hat von Google Motorola für USD 2.9 Milliarden übernommen, mit der Hoffnung sein Glück außerhalb der PC-Branche zu versuchen. Jedoch mit wenig Erfolg: Im letzten Quartal hat Lenovos Mobilfunksparte einen Verlust in Höhe von USD 292 Millionen ausgewiesen, welcher die Gewinne die mit PCs erzielt wurden, neutralisiert hat.

„Smartphones sind inzwischen Massenware. Sie haben sich von technologischen Geräten hin zu schnelllebigen Produkten entwickelt.“

Für die meisten Smartphone-Hersteller gibt es wenig Gründe optimistisch zu sein, sagt Kirt McMaster, Geschäftsführer und Gründer von Cyanogen, einer Software Firma die eine frisierte Version von Android verkauft. Der bereits dominierte Smartphonemarkt wird in naher Zukunft noch härter, sagt McMaster. „Smartphones sind Massenware,“ sagt er. „Sie haben sich von technologischen Geräten hin zu schnelllebigen Produkten entwickelt. Sie sind nun wie Cola und Pepsi. Das ist der Kampf den die Unternehmen gerade umkämpfen, es ist kein „sexy Business“ mehr.“

2011 war HTC der führende Smartphonehersteller. 1997 in Taiwan gegründet, hat sich das Unternehmen als eines der Ersten einen Namen in dem Markt gemacht. Nachdem sie mit dem mobilen Windows Betriebssystem herumexperimentiert haben (als es noch vielversprechend war), hat HTC das erste Gerät für Googles Android produziert. „Wir haben den Grundstein gelegt,“ sagt der HTC Präsident Jason MacKenzie, der für den amerikanischen Markt verantwortlich ist. „Wir haben diese Handhelds hergestellt, lange bevor sie als Smartphones bekannt wurden.“ Jedoch haben die Angriffswellen von Apple und Samsung die Umsätze praktisch ausgelöscht.

HTC hat versucht mit besseren Kameras und Lautsprechern zu punkten, aber diese Merkmale haben nicht ausgereicht um Kunden zurückzugewinnen. Das Unternehmen ist inzwischen nicht mehr unter den Top 5 der Smartphone-Hersteller und musste einen Quartalsverlust von USD 257 Millionen ausweisen. Die ausgeklügelten technischen Komponenten werden nun in günstigere Geräte verbaut, mit der Hoffnung etwas vom Massen-, jedoch margenschwachen Markt, abzubekommen. MacKenzie sagt, dass sich die Geschmäcker der Smartphonenutzer über die Zeit verändert haben und dass HTC zuversichtlich in die Zukunft blickt. „Die Nutzer haben ein viel engeres Verhältnis zu ihren Smartphones entwickelt als sie es mit ihren PCs hatten, sie suchen immer etwas Neues.“

Günstige Produkte, die massenmarkttauglich sind, garantieren nicht gleich Profite. Unternehmen, einschließlich Samsung, Lenovo und HTC haben auch in den schnell wachsenden Schwellenländern zu kämpfen. Ihre Produkte werden von lokalen Herstellern preislich unterboten. In China hat Xiaomi nur fünf Jahre nach dessen Gründung den Markt für sich eingenommen und ist bereits der viertgrößte Smartphone-Hersteller weltweit. In Indien wurden die großen drei Hersteller gezwungen, ihre Preise an die von dem lokalen Hersteller Micromax anzupassen. McMaster prophezeit, dass boomende Märkte wie Afrika und Indonesien ebenfalls ihre eigenen dominanten Hersteller hervorbringen werden.

2 Milliarden Smartphonebesitzer – 150 bis 200 Millionen kommen bald hinzu

Nicht einmal Apple ist gegen diese Trends immun. Laut EMarketer, besitzen heute ca. 2 Milliarden Menschen ein Smartphone, und weitere 150 – 200 Millionen werden ihr erstes Smartphone in den kommenden 3 Jahren kaufen. Die meisten Erstkäufer werden nach leistungsstarken Geräten, zu niedrigsten Preisen suchen und jedes Unternehmen wird sich dieser Herausforderung stellen müssen, sagt MacMaster. Diejenigen Unternehmen die davon profitieren werden, sind lokale Player die gewinnbringende Zusatzleistungen, ergänzend zu ihren billigen Smartphones, anbieten werden. „Wir werden in den kommenden zwei Jahren ein „USD 35 Smartphone“ in Afrika sehen, es ist nur eine Frage der Zeit“.

Der Originalartikel erschien am 08. Oktober auf Bloobmberg Businessweek.
Quellen: Bloomberg und Wall Street Journal.

Beitragsbild: Quelle: Simon Abranowicz

Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen für den PC Markt? Obwohl nur 6 von 100 verkauften PCs von Apple stammen, konnte Apple bereits die Hälfte der Gewinne des Gesamtmarktes für sich verbuchen…wir bleiben für euch dran und berichten über diese Entwicklung am PC Markt.

💡Wer sind wir? Clappifieds.de ist ein Kleinanzeigenportal für Apple Produkte, die in Ihrem Blog aktuelle Themen rund um Apple und ihre Produkte präsentieren. Wir möchten unsere Nutzer ausreichend informieren, um sie beim kostenlosen Verkaufen bzw. Kaufen von Apple Produkte auf unserem Kleinanzeigenportal bestmöglich unterstützen zu können und ein transparentes Verfahren anbieten.

 

 

 

Ähnliche Beiträge

Ein Kommentar

  1. Infos Landing Page - Clappifieds.de
    25. Oktober 2015 at 13:05 Antworten

    […] Weltmacht Apple: eine Firma regiert den Handymarkt […]