• Donnerstag , 17 August 2017

Apple sucht nach neuen Geschäftsfeldern – und investiert 1 Milliarde US-Dollar in ein chinesisches Unternehmen

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Quelle: Twitter/@businessinsider

Dass Apple an einem eigenen Auto – dem iCar – basteln soll, hallt schön länger durch die Gerüchteküche der internationalen Blogs und Zeitungen.

Die Marktsättigung und fallende Absatzzahlen von iPhone und iPad, sowie der bisher ausgebliebene Erfolg der Watch, haben Apple wohl dazu bewegt sich nach neuen lukrativen Geschäftsmodellen umzuschauen – nun investiert das Unternehmen sage und schreibe 1 Milliarde USD (1.000.000.000 USD),in den chinesischen Uber-Konkurrenten Didi Chuxing. Es ist auch ein indirektes Investment gegen Google und Microsoft – denn beide Unternehmen haben bereits in Uber investiert. Apple versucht schon länger in China Fuß zu fassen und den Lokalmatador Xiaomi anzugreifen. Bereits heute ist China Apples zweitgrößter Markt bei iPhone-Verkäufen.

Doch was steckt hinter Didi Chuxing und welche Hintergedanken hat Apple bei der Investition – wir beleuchten die Situation für euch!

 

Entstehung Didi Chuxing

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Quelle: zdnet.com

 

Es wird häufig als das Uber Chinas bezeichnet, dabei ist Didi Chuxing der größte und dominanteste Fahrdienstvermittler auf dem chinesischen Markt – mit einem Marktanteil von 99% im Taxibereich und 87% bei der Vermittlung von Privatfahrten. Das Unternehmen ist in mehr als 400 chinesischen Städten aktiv, während Uber gerade mal in 45 Städten aktiv ist. Aber nicht nur Taxis und Privatfahrer werden von Didi vermittelt, das Unternehmen bietet auch Dienstleistungen wie Buchung von Bussen und Chauffeuren.

Das früher als Didi Kuaidi bekannte Unternehmen, ist durch eine Verschmelzung aus den beiden größten Fahrtenvermittlern Didi Dache und Kuaidi Dache entstanden. Das war im Jahr 2015.

Nicht nur Apple, sondern auch Chinas Internetgiganten wie Alibaba und Tencent haben in das Unternehmen Milliardenbeträge investiert. Die Tatsache dass einer der Gründer ein Alibaba-Zögling und der zweite ein früherer Goldman Sachs Banker und Sohn des Gründers des Computerriesen Lenovo ist, erklärt warum Kapitalbeschaffung nie ein Problem für das Unternehmens darstellte.

Heute, knapp ein Jahr später ist die Bewertung des Unternehmens von USD 6 Milliarden auf mehr als USD 25 Milliarden angewachsen. Uber ist zwar inzwischen mit über $ 62 Milliarden bewertet, hat trotz voller Taschen jedoch Probleme sich im chinesischen Markt durchzusetzen. Didi konnte allein im Jahr 2015 über 1.43 Milliarden Fahrten vermitteln, das waren ca. 11 Millionen Fahrten pro Tag, während Uber weltweit 1 Milliarde Fahrten vermitteln konnte – seit dem Start im Jahr 2009.

Wie Didi Bloomberg mitgeteilt hat, soll mit dem frisch eingesammelten Geld die künstliche Intelligenz weiterentwickelt werden, die die Kunden mit den Fahrern verbindet. Eine Expansion außerhalb Chinas ist derzeit nicht angedacht, obwohl sich das Unternehmen mit Lyft, Ola und Grab Taxi verbündet hat, um Uber die Stirn zu bieten.

 

Was erhofft sich Apple von der Investition? 

Bisher hatte das US-Unternehmen aus Cupertino meist start-ups gekauft, um deren Technologie in die eigenen Produkte einfliessen zu lassen, aber eine Investition in ein USD 25.000.000.000 schweres Technologieunternehmen ist neu. Nach dem Kauf von Beats im Jahr 2014, der Apple ca. USD 3 Milliarden gekostet haben soll, ist dies das größte Investment. Eines ist klar: Apple muss seine Position bei lokalen Partnern stärken und mehr Wissen über Chinas Markt sammeln, bevor es den dominanten Player Xiaomi vom Thron stoßen kann. Die $233 Milliarden die Apple auf dem Konto hat, müssen irgendwann sinnvoll eingesetzt werden – allein von den Zinsen wird keine Innovation entstehen und die Wettbewerber schlafen nicht!

Apple hat zwar nie offiziell bestätigt, dass ein eigenes Auto gebaut werden soll Tim Cook – Apple’s CEO – hat jedoch gesagt, dass die Automobilbranche vor einem Umbruch steht, und wie wir wissen hat Apple bereits einige Industrien umgekrempelt. Apple ist stark daran interessiert selbstfahrende Fahrzeuge, also Computer auf Rädern, zu fördern – das soll Didi wohl ebenfalls anstreben. Die Autos könnten mit Apple Technologie ausgestattet sein und mit dem riesigen Netzwerk von Didi, wäre China, wo das Smog-Problem nach wie vor nicht unter Kontrolle ist, ein sehr lukrativer Markt für Apple. Das ist aber ein Blick in die Ferne. Durch die Investition bekommt Apple Zugang zu einer stetig wachsenden Anzahl an Didi-Fahrern, die mit einem iPhone ausgestattet werden könnten und hätte somit auch Zugang zu einer genialen Werbeplattform mit über 300 Millionen Nutzern in 400 chinesischen Städten.

Es wird spannend und der Kampf um den größten Markt China ist eröffnet! Ob Apple in weitere Chinesische Unternehmen investieren wird, ist bisher nicht bekannt, es gibt aber definitiv einige Kandidaten wo es Sinn machen würde, und mit USD 233 Milliarden auf dem Konto ist Apple gut gerüstet um sich hier wertvolle Marktanteile zu sichern!

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