• Montag , 26 Juni 2017

Apple vor 30 Jahren: ein schwarzer Tag in Apples Geschichte?

In vielen Werken über Apples Vergangenheit wird der November 1985 als „der schwärzeste Tag in Apples Geschichte“ bezeichnet, da John Sculley, ehemaliger CEO, eine folgenschwere Entscheidung getroffen hat:

Microsoft Windows kam vor 32 Jahren auf den Markt, dabei war die erste Version so katastrophal schlecht und rückständig, dass man nicht ahnen konnte, welche Marktmacht aus dem Microsoft-System und dem Unternehmen selbst werden wird. Apple-CEO Sculley halft damals kräftig mit Microsofts Erfolg voranzutreiben bzw. den Weg zu ebnen.

Bill Gates war fasziniert vom Mac-Betriebssystem und den Möglichkeiten, die Apple mit der grafischen Benutzeroberfläche geschaffen hatte. Diese Idee wollte Gates auch auf das eigene Microsoft-System ausrichten und Teile der grafischen Apple-Metaphorik übernehmen. Sculley ermöglichte es Gates damals noch vor Marktantritt einen Blick auf den Prototypen Macintosh 128k zu werfen. Daraufhin hat Microsoft erkannt, wie es zukünftig weitergehen muss und es folgte mit Windows 3.11 die direkte Marktführung – nachdem Windows 1 und 2 gescheitert waren.

Da es John Sculley unglaublich wichtig war, dass Microsoft weiterhin Word und Excel für den Macintosh entwickelt, konnte Microsoft seine Marktführerschaft weiter ausbauen – trotz geklauter Ideen. Gates und Sculley hatten eine Vereinbarung geschlossen, in der Microsoft im Gegenzug berechtigt war Mac-Technologien in Windows einzusetzen. Bill Gates konnte mit dieser Entscheidung doppelt trumpfen, denn ihm war klar, dass Microsoft nicht auf den Mac-Markt verzichten konnte –  daher hätte es Excel und Word weiterhin für den Mac gegeben. Allerdings konnte er sich dafür im Gegenzug am Apple-Entwicklungs-Fundus bedienen und sein eigenen Betriebssystem weiter ausbauen.

Was dies für Folgen für Apple hatte, zeigt sich erst ein Jahrzehnt später. Bis in die 90er Jahre wollte Apple den mittlerweile Software-Giganten Microsoft verklagen. Der Vorwurf lautete, dass Teile von Windows ein Plagiat sind und das Unternehmen nur deshalb so erfolgreich wurde. Microsoft verwies bei der Verteidigung auf die Vereinbarung von Sculley im November 1985. Das Gericht entschied zudem, dass Apple sich im Vorfeld an anderen bereits bestehenden Konzepten bedient hatte.

Die Folge war eine schwere Unternehmenskrise von Apple, da man sich darauf verlassen hat, dass der Prozess gewonnen wird und dabei Entwicklung und Technologie in den Hintergrund gerückt hat. Apple hatte kein neues Betriebssystem in der Hinterhand, dass allerdings dringend benötigt gewesen wäre. Verkaufszahlen brachen ein und der Windows-Erfolg stieg weiter. Mitte der 90er Jahre war Apple sogar nur knapp von der Zahlungsunfähigkeit entfernt…

Die Wende durch Steve Jobs: iMac und Mac OS X bringen die Rettung

Die Krise, die Apple sichtbar zusetzte, hatte einschneidende Ereignisse zur Folge, denn es musste etwas geschehen. Der damalige Apple-CEO Gil Amelio suchte nach einem Betriebssystem mit Zukunft und hatte BeOS des ehemaligen Apple-Managers Gassée oder Steve Jobs‘ NeXTStep/ OPENSTEP zur Auswahl. Die Wahl fiel auf Jobs‘ Betriebssystem und Apple übernimmt im Dezember 1996 das Unternehmen NeXT samt Know-how für rund 430 Millionen US-Dollar. NeXTStep sollte die Grundlage für das Apple-Betriebssystem Mac OS X werden – und Steve Jobs kehrte in sein Unternehmen zurück.

Doch die Krise war damit noch nicht überwunden: Apple musste 1997 eine Milliarde US-Dollar abschreiben und steht kurz vor dem Konkurs. Das hatte zur Folge, dass Gil Amelio entlassen wird und Jobs im September 1997 das Ruder übernimmt und für die nötige Wende sorgt. Jobs entlässt mehrere Manager und stellt die Produktion des Newton-PDAs  ein, beendet die Lizenzierung des Betriebssystems anderer Hersteller und strafft die Produktpalette. Der endgültige Schritt in Richtung Rettung von Apple gelingt Jobs durch einen erneuten Deal mit Microsoft. Im August 1997 erneuern sie ihr Kooperationsabkommen. Beide Unternehmen lizenzieren gegenseitig ihre Patente, Microsoft entwickelt weiter das Office-Paket für den Mac und Apple legt den Internet Explorer als Standard-Browser im Macintosh-Betriebssystem fest. Auch eine Finanzspritze von Microsoft in Höhe von 150 Millionen US-Dollar sollen Apple wieder auf die Beine helfen.

Wendepunkt der Apple Geschichte gelingt dann mit dem iMac, der mit Aufsehen erregendem Design von Chefdesigner Ive und leistungsstarker Hardware punktet und letztlich zum Umsatzbringer wird. Der iMac ist der erste Mac mit USB- und SCSI-Anschluss sowie Floppy Disk-Laufwerk. Die grellen Farben, der fast durchsichtige und kugelförmige Monitor und die abgestimmte Tastatur mit Maus sorgen für Furore. Das Ergebnis ist, dass Apple sich Ende 1998 wieder mit Gewinnen zurückmeldet. Zudem wichtig ist die Einführung des neuen Betriebssystem Mac OS X, das von transparenten Menüs, hellen Nadelstreif-Mustern und riesigen Icons geprägt ist.

Diese wichtige Wende hat Apples Erfolgsgeschichte einschneidend geprägt und dazu beigetragen, dass Apple derzeit als die wertvollste Marke der Welt gilt!

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