• Donnerstag , 17 August 2017

Clappi-Spezial: Vier Mythen über das Apple Design von einem ehemaligen Apple Designer

­Jeden Sonntag beleuchten wir in einem Spezial Blog einen Aspekt aus Apples Umwelt. Heute beginnen wir mit einer vierteiligen Serie über das Mythos und Markenzeichen von Apple: DESIGN.

 

Teil 1: Vier Mythen über das Apple Design von einem ehemaligen Apple Designer

 

Wie ist das Leben wirklich wenn man für Apple als Designer arbeitet? Ein ehemaliger Mitarbeiter teilt seine Erfahrungen während seiner sieben Jahre in Cupertino.

Apple ist bekannt für sein top Design, aber es ist sehr wenig über den Design-Prozess in dem Unternehmen bekannt. Aussagen von Apples eigenen Mitarbeitern sind sehr rar, so dass wir mehrere Interviews zusammengesetzt haben oder schlichtweg spekulieren wie es bei Apple abläuft und was es wirklich bedeutet ein Apple Designer zu sein.

Schauen wir auf Mark Kawano. Vor der Gründung von Storehouse, war Kawano sieben Jahre lang ein Senior Designer bei Apple und arbeitete an Aperture und iPhoto. Später wurde er zum User Experience Evangelist, wo er Drittanbieter iOS App Entwickler führte um Software für Apple Plattformen zu entwickeln. Kawano war auch in einem bedeutenden Moment im Unternehmen, als Apple das iPhone veröffentlichte und die weltweite Welt der Apps schuf.

In einem Interview mit Co.Design sprach Kawano offen über seine Zeit bei Apple – und vor allem all die Mythen die in der Industrie über das Unternehmen und die Menschen kursieren.

Mythos No. 1 – Apple hat die besten Designer

„Ich denke das größte Missverständnsi ist dieser Glaube, dass der Grund dass Apple-Produkte besser entworfen sind und eine bessere Benutzererfahrung bieten oder dass sie sexier sind oder was auch sonst…ist dass Apple die besten Designer und den besten Designprozess der Welt hat,“ sagt Kawano. Aber in seiner Rolle als User Experience Evangeist und seinen täglichen Treffen mit den Top-500 Konzernen in den USA, erfuhr er eine andere Wahrheit.

„Es ist eigentlich die Ingenieruskultur und die Art, wie die Organisation strukturiert ist um die Designer zu unterstützen. Es denkt dort jeder über UX und Design, nicht nur die Designer. Und das macht alles das Produkt so viel besser…viel mehr als jeder individueller Designer oder ein Designer Team.“

Es wird häufig gesagt dass gutes design ganz oben beginnen muss – dass sich der CEO mehr Gedanken über Design machen muss als die Designer selbst. Die Menschen beobachteteten dass Steve Jobs diese Struktur zu Apple gebracht hat. Aber der Grund warum die Struktur funktioniert ist nicht der von „oben nach unten“ Auftrag. Es ist ein rundum Auftrag. Jeder kümmert sich darum.

„Es ist nicht das Ding wo du spezielle Flügel bekommst oder Superkräfte wenn du in Cupertino eintriffst.“

„Es ist nicht das Ding wo du spezielle Flügel bekommst oder Superkräfte wenn du in Cupertino eintriffst. Es ist das, dass du nun eine Organisation hast wo du deine zeit damit verbringen kannst Produkte zu designen, anstatt sich um einen Platz am Tisch zu streiten, oder frustriert zu werden wenn das bessere Design von einem Ingineur weitergereicht wird der eigentlich nur bugs fixen wollte. Es sind all Dinge bei denen Designer bei anderen Unternehmen viel Zeit darauf verschwenden müssen.“

Kawano unterstreicht, dass jeder bei Apple – vom Ingenieur bis zum Verkäufer – als Designer denkt. Wiederum stellt Apple entsprechend Leute ein. Ähnlich wie Google Mitarbeiter einstellt die wie Googler denken, stellt Apple Mitarbeiter ein die wirklich das Design in all ihren Entscheidungen berücksichtigen.

„Man sieht Unternehmen die Apple Designer abgeworben haben und sie präsentieren interessante Dinge und sexy Produkte aber es hilft den Unternehmen trotzdem nicht um einen großen Sprung zu schaffen. Alles was der Designer tat war die Arbeit am Endprodukt, es war aber nicht das „Ganzheitliche“, wie Steve Jobs es sagte. Es bedeutet das richtige Business Modell zu designen, das richtige Marketing und den richtigen Vertrieb. All diese Dinge sind kritisch.“

Lest kommenden Sonntag (12. Juli): Apples Designer Team ist unendlich groß.

Der Originalartikel erschien in der Juli/August 2014 Ausgabe des US-Magazins „FAST COMPANY Magazine“.

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