• Donnerstag , 17 August 2017

Diensthandy – das gilt es zu beachten

Der Siegeszug mobiler Geräte im Arbeitsalltag ist nicht mehr aufzuhalten und sorgt für eine höhere Produktivität und Zufriedenheit bei den Mitarbeitern, sprich die gesamte Organisation wird agiler. Der Branchenverband BITKOM berichtet in einer Umfrage aus dem Jahr 2013, dass rund 20 Prozent aller Arbeitnehmer ein Smartphone vom Unternehmen aus erhalten – dabei gilt es nicht als Gehaltsbestandteil und muss auch nicht als geldwerter Vorteil besteuert werden.

Das Diensthandy bleibt Eigentum des Unternehmens und wird daher auch als Arbeitsmittel gewertet. Sollte ein Arbeitnehmer das Unternehmen verlassen oder fordert der Arbeitgeber die Rückgabe des Smartphones ist dies zu tun. Allerdings steht dem Arbeitnehmer ausreichend Zeit zu, damit private Daten gelöscht werden können.

Die private Nutzung des Diensthandy ist gestattet, wenn der Arbeitnehmer es bei der Übergabe angibt. Vielen Arbeitnehmern ist aber nicht bewusst, dass wenn das Diensthandy als Firmengerät ausgegeben wird, und so keine privaten Gespräche stattfinden dürfen. Stellt der Arbeitgeber etwaige Gespräche fest, z.B. auf der Abrechnung, kann mit einer Abmahnung oder Kündigung gerechnet werden. Solche Gespräche fallen durch die hohen Roaming-Gebühren vor allem bei Gesprächen im bzw. aus dem Ausland auf.

Doch auch der Arbeitgeber hat klare Regeln, die er zu beachten hat: Nach Ausgabe des Diensthandys darf es nicht abgehört oder via GPS geortet werden, ansonsten macht sich der Arbeitgeber strafbar. Bei einer Ortung muss der Mitarbeiter dieser ausdrücklich zustimmen. Für Diensthandys, die auch privat genutzt werden dürfen, greift das Fernmeldegeheimnis und somit ist die Kontrolle seitens des Arbeitgebers ausgeschlossen. Allerdings gibt es für Diensthandys, die nicht privat genutzt werden dürfen eine besondere Regelung: So steht es dem Arbeitgeber zu, den Arbeitnehmer auf das Einhalten der Regel zu überprüfen, d.h. er darf unter anderem den Einzelverbindungsnachweis, E-Mails und auf dem Smartphone gespeicherte Fotos einsehen.

In unserer Serie zum Thema Diensthandy gibt es in den kommenden Wochen weitere interessante Themen: Wir beraten Euch bei der Wahl des richtigen Smartphones, wer bei Diebstahl oder Schaden haftet und was es sonst noch zu beachten gibt.

Diensthandy: Haftung bei Diebstahl oder Schaden

In der vergangenen Woche haben wir Euch darüber informiert, was man bei Diensthandys z.B. bzgl. privater Nutzung beachten muss. Heute wollen wir daran anknüpfen und uns die Haftungsregelungen für den Arbeitnehmer anschauen.

Was ist das finanzielle Risiko an Schadensersatz gegenüber meinem Arbeitgeber bzgl. meines Diensthandys?

Hier wird die Fahrlässigkeit des Arbeitnehmers beurteilt und die ist ausschlaggebend für Schadensersatzzahlungen. Eine Haftung bei leicht fahrlässiger Handlung ist ausgeschlossen, allerdings muss der Arbeitnehmer bei grober Fahrlässigkeit und Vorsatz für den Schaden haften. Der Unterschied von grober und einfacher Fahrlässigkeit ist gesetzlich nicht definiert, sondern hat sich aus der Rechtsprechung entwickelt. Die rechtliche Einordnung ist für Juristische-Laien daher meist schwer.

Generell kann man sagen, dass wenn das Verhalten, das zum Schaden geführt hat mit „Das kann ja mal passieren“ umschrieben werden kann, die Tendenz zu leichter Fahrlässigkeit geht. Würde das Verhalten allerdings mit „Das darf nicht passieren!“ umschrieben werden, ist es meist bei grober Fahrlässigkeit einzustufen. Sollte Euch grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden, empfehlen wir, einen Rechtsanwalt (Versicherungsrecht) zu Rate zu ziehen.

In welchen Fällen haftet der Arbeitnehmer also?

Den Haftungsmaßstab „grobe Fahrlässigkeit“ erreicht man leider schneller als gedacht und schafft somit eine berechtige Haftungsgrundlage. Das Diensthandy im Café auf dem Tisch liegen zu lassen, ist grobe Fahrlässigkeit und der Arbeitgeber hat das Recht, sich das Diensthandy bei Verlust ersetzen zu lassen. Auch das Smartphone ohne Pinnsperre liegen zu lassen, ist grob fahrlässig, da sensible Daten frei zugänglich sind. Dann ist es sogar möglich, dass der Arbeitnehmer nicht nur für das Diensthandy, sondern auch für den verursachten Schaden haften muss.

Wann muss ein Arbeitnehmer einen Handyschaden nicht ersetzen?

Kurz: Wenn das Diensthandy fällt, falsch bedient wird oder kaputt geht. Sprich bei Wasserschaden oder Displaybruch muss der Arbeitnehmer in der Regel keine Rechnung befürchten.

Generell muss ein Arbeitnehmer Schadenszahlungen bei grober Fahrlässigkeit nur bezahlen, wenn es seine finanzielle bzw. wirtschaftliche Lage ermöglicht. Hier kommt es auf die individuellen Umstände im jeweiligen Fall an. Jeder, der ein Diensthandy verwendet, dem empfehlen wir, sich im Vorfeld mit den rechtlichen Grundlagen vertraut zu machen – da die Gradwanderung zwischen grob und leicht fahrlässig sehr eng ist.

Solltet Ihr noch spezielle Fragen zum Thema haben, lasst es uns wissen, wir beantworten sie Euch!

Beitragsbild: Quelle: The Verge

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Ein Kommentar

  1. Diensthandy: Muss der Arbeitnehmer ständig erreichbar sein? - Clappifieds.de
    11. Dezember 2015 at 10:43 Antworten

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