• Mittwoch , 20 September 2017

Filme und ich

Wie der eine oder andere schon mitbekommen haben dürfte, bin ich das, was man umgangssprachlich als Filmfreak bezeichnen könnte. Jetzt wollte ich meine Liebe zu Filmen und Serien einmal etwas genauer erklären…

Ich bin ein echter 1968er und auf der Insel Fehmarn aufgewachsen, also ein absolutes Landei J Mein erstes bewusstes Kinoerlebnis waren Filme mit Louis de Funès Anfang der 80er Jahre und Filme mit Bud Spencer und Terrence Hill.

Dazu sei noch erwähnt, dass das „Burger Filmtheater“ für mich das absolut genialste Kino ever war. Klein aber fein, man hat Tische vor sich mit einem Knopf, über den man jederzeit eine Bedienung rufen und alles Mögliche bestellen kann, zig alkoholfreie- und alkoholische Getränke, Pizza, Pizzabaguettes u.v.m. Meine absolute Leibspeise dort waren aber Hotdogs. Mein Freund und ich bestellten meistens 2-4 Stück davon, der Rekord lag zusammen bei 10 (!), was uns einen gewissen Ruf einbrachte, hehe. Aber wer die mal dort gegessen hat weiß warum.

Jedenfalls war ich schon ab ca. 14 Jahren gerne im Kino und schaute mir auch oft heimlich daheim auf dem schwarz/weiß-Fernseher meiner Eltern im Schlafzimmer (damals 36 cm natürlich Röhre) alle möglichen Filme an.

„Ich nahm meinen großen Kassettenrekorder in einer großen Tasche mit ins Kino und nahm damit den Filmton auf Musikkassetten auf.“

Da ich mit meinen 20 DM Taschengeld im Monat nicht alle paar Tage ins Kino gehen konnte, ließ ich mir etwas ganz besonderes und nicht so ganz legales einfallen: Ich nahm meinen großen Kassettenrekorder in einer großen Tasche mit ins Kino und nahm damit den Filmton auf Musikkassetten auf. Anschließend hörte ich mir die Filme ungezählte Male daheim als Hörspiel an, einige dieser Kassetten habe ich heute noch, müsste die mal digitalisieren bei Gelegenheit :D.

Dasselbe machte ich übrigens auch mit Filmen oder auch Serien aus dem Fernsehen in Ermangelung eines VHS-Rekorders, den ersten kaufte ich mir erst mit 18 oder so.

Dank Geburtstagskohle und des Umstandes, dass das Burger Filmtheater den Eltern eines guten Klassenkameraden gehörte und ich mich auch mit dem Filmvorführer Rolf anfreundete, kam ich auch mal ohne zu bezahlen in den Genuss des einen oder anderen Films.

Mein Rekord, was Kinobesuche in demselben Film angeht, stellte ich schon früh mit 16 im Jahr 1984 auf. Es waren 25 (!) Besuche in „Die unendliche Geschichte“, das Buch zum Film von Michael Ende ist bis heute eins meiner Lieblingsbücher. Neben Filmfreak bin ich nämlich auch eine absolute Leseratte, das habe ich von meiner Mutter.

In der Regel war ich 3-4x in einem Film, zumindest wenn er mir gefiel. Dazu muss ich aber sagen, dass es durchaus vorkam, dass ich NUR wegen der megaleckeren Hotdogs ins Kino ging, der Film war dann eher nur interessante Nebensache.

Nachdem ich meinen ersten Grundig-VHS-Videorekorder kaufte ( ichschwor zig Jahre auf Grundig, da die einzigen mit Echtzeitsystem) war ich Stammgast in der Videothek. Glücklicherweise war zu der Zeit das Kopieren für den Privatgebrauch von Kauffilmen noch legal, das wurde schnell ein teures, aber tolles Hobby. Im Laufe der Jahre kamen so EM Ende gut 6000 VHS-Kassetten mit über 10.000 Filmen und Serien zusammen.

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Als ich 1995 nach Köln zog, DIE Medienhauptstadt, kamen zu meinen regelmäßigen Kinobesuchen (erst im Cinedom am Hansaring und dann später in Wohnungsnähe in Siegburg bzw. Troisdorf) auch noch Kontakte zu Hollywoodstars dazu, denn im Cinedom fanden öfter Deutsch- oder Weltpremieren statt. Am besten in Erinnerung waren mir die Begegnungen mit Jackie Chan (er stellte den Film „Shanghai Noon“ vor) und der Star Trek-Besatzung in Erinnerung. Leider war Patrick Stewart aka Captain Picard bei der Europapremiere in Schottland und Jonathan Frakes aka Commander Riker verhindert, da seine Frau schwer krank war. Der Rest der Crew war aber da, Brent Spiner (Data), Levar Burton (Jeordi La Forge) und andere. Für mich als Trekkie absolut genial.

Ich war eigentlich im Schnitt mindestens 1-2x im Kino, ich liebe einfach die Atmosphäre, die vielen Menschen, große Leinwände und mich in den Film reinversetzen. Das Eintauchen in eine andere Welt ist genau mein Ding, ich gehe da auch emotional zu 100 % mit. 2001 war ich dann auch 25x in allen möglichen Städten in Titanic, damals mein absoluter Lieblingsfilm und habe wie viele andere auch so manchen Liter Tränenflüssigkeit im Kino gelassen. ^^

Wie zumindest die Älteren wissen dürften, haben VHS-Kassetten so einige Nachteile, der schlimmste ist neben der immer schlechteren Bildqualität, je öfter man sie abspielt, die Alterung der Kassetten an sich. Auch kam es immer wieder vor, dass ein VHS-Abspielgerät bzw. –Videorecorder etwas vom Magnetband knickte und schon gab es massive Bildstörungen beim Schauen.

„Die DVDs habe ich in Alukoffern aufbewahrt, bis zu 800 in einem Koffer. Im Laufe der Jahre kamen so 12 Koffer zusammen, alles wurde alphabetisch sortiert.“

Als DVDs immer mehr aufkamen, beschloss ich dann recht schnell, möglichst viele meiner Filme und Serien zu digitalisieren und auf DVD-Rohlinge zu brennen. Allerdings fing ich natürlich nicht an, meine VHS-Cassetten auf DVDs „umzuspielen“, was sich schon wegen der doch eher mauen Qualität verbot, sondern alles neu aufzunehmen bzw. aus der Videothek zu leihen und zu kopieren, was damals für den Privatgebrauch noch legal war. Diese DVDs habe ich in großen Alukoffern aufbewahrt, in die man die Datenträger in entsprechenden Hüllen einhängen konnte. Das hatte sehr viele Vorteile, sie wurden dunkel, trocken und platzsparend aufbewahrt, bis zu 800 in einem Koffer, wenn ich mich richtig erinnere. Im Laufe der Jahre kamen so 12 Koffer zusammen, alles wurde alphabetisch sortiert.

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Nach und nach wurde dann aber auch der eine oder andere Nachteil dieser Methode offensichtlich:

Zum einen musste ich natürlich für jeden Film erstmal ins Nebenzimmer an den entsprechenden Koffer gehen, Hülle mit dem Datenträger rausnehmen, ab in den DVD-Player damit und schauen, bei längeren Filmen ab 100 Minuten stand noch der DVD-Wechsel an, denn ich hatte anfangs noch keine Doublelayer-Rohlinge (viel zu teuer).

Dazu kam die Brennerei, DVDs (später Blu Rays) beschriften, ab und zu in neuen Koffer umverteilen, Platzmangel in den Regalen im Laufe der Jahre usw.

Mein bester Freund Marco brachte mich dann irgendwann um 2008 herum auf die Idee, nen NAS auszuprobieren. Da ich selten halbe Sachen mache, holte ich mir nach einigen Recherchen das DS2411+ von Synology, kostete damals 1100€ und hat 12 Festplatteneinschübe, was Größeres gab es nicht^^.

Also die ersten 2-3 1TB-Plattenreingeschoben, SHR eingerichtet und angefangen, die DVDs und Blu Rays nach und nach aufs NAS zu rippen, war ne ziemliche Arbeit J Neue Aufnahmen von Sky oder auch freien TV-Sendern landeten nun ENDLICH ohne teilen zu müssen, 1:1 aufm NAS, einfach genial, dank des Mediaplayers von DUNE konnte ich im Wohnzimmer auf meine kompletten Filme und Serien zugreifen, ohne den Hintern bewegen zu müssen 😛 Irgendwann war NAS1 voll, dasselbe NAS nochmal gekauft und bestückt, so wuchs alles weiter und weiter, nahm ja alles in HD auf und das läppert sich. Meine Camcorderaufnahmen landeten ebenso dort, meine Bilder, Dokumente, Datensicherungen etc. pp.

Aktuell habe ich in beiden NAS zusammen 20 x 3 TB + 4 x 6 TB drin, jeweils eine Platte spare, also eine kann pro NAS kaputt gehen, ohne dass Daten verloren gehen. Wichtige Daten und Liveaufnahmen (Golf, anderen Livesport usw.) kopiere ich zusätzlich auf aus dem NAS ausrangierte 2 TB-Platten, da dürfte nun wirklich Nichts verloren gehen behaupte ich mal.

Mein Heimkino, bestehend aus einer 3m-Leinwand und nem JVC X3 habe ich jetzt auch schon gut 7 Jahre, finde es nach wie vor genial, leider mit einem Wehrmutstropfen, der mir vor allem im Frühling/Sommer Bauchschmerzen macht, denn es ist einfach zu hell im Wohnzimmer. In meiner Wohnung darf ich keine Außenrollos anbringen an den Fenstern, habe nur innen kleine an den Fensterflächen (waren schon vorhanden), ich habe nur noch zusätzlich längere, durchgehende Rollos innen über den Fenstern befestigt, aber an den Seiten knallt das Licht voll ins Zimmer Steht im Sommer die Sonne auf die Fenster, kann man dunkle Filme komplett vergessen und auch in hellen Szenen macht das keinen Spaß.

Ich will mich jetzt mal intensiv mit Möglichkeiten beschäftigen, Fenster von innen komplett abzudunkeln, habe da schon einiges gelesen, aber wichtig ist mir (und meinen Eltern), dass ich jederzeit möglichst schnell alles wieder hell machen kann, man schaut ja nicht immer Filme im Heimkino 😀 In der Zukunft werde ich sicherlich auf 4k aufrüsten (Grüße an Wilfried aka @wahlborn an dieser Stelle), sobald die ersten 4k-Sender vorhanden sind, 4k-Beamer bezahlbar werden usw. Bin dann mal gespannt, wie groß die aufgenommen Filme sein werden (H.265 ?), aber kann bei mir ja auch 8 TB-Platten verbauen und hab noch 20 3 TB zum Aufstocken, das sollte ne Weile reichen.

Es sei noch erwähnt, dass ich nun ENDLICH mein absolutes Stamm- und Traumkino in Berlin gefunden habe, den ZOO PALAST am Zoologischen Garten. Da ich seit Sommer 2015 in Berlin Spandau wohne, war damals meine erste Wahl das CINEPLEX SPANDAU, von meiner Wohnung mit Bus und Fußweg in gut 20 Minuten zu erreichen.

„Es sei noch erwähnt, dass ich nun ENDLICH mein absolutes Stamm- und Traumkino in Berlin gefunden habe, den ZOO PALAST am Zoologischen Garten. „

Das für mich immer schwerwiegender werdende Problem neben der wenigen Beinfreiheit (Trombosegefahr) war die Tatsache, dass man NIEMALS (!!!) die komplette Leinwand und somit NIE den kompletten Film sehen konnte, es sei denn, die 3-4 Reihen vor mir waren leer. Grund: Die Sitzreihen fielen vielleicht mit 2 Grad Neigung ab, also die vordere Sitzreihe war gefühlt 2cm tiefer als meine, selbst bei kleineren Frauen sah ich deren Köpfe im Bild. Wenn normalgroße Menschen in einer vollbesetzten Reihe vor mir sitzen, sehe ich das untere Drittel der Leinwand nicht, sowas habe ich noch nie erlebt, hatte da bald keine Lust drauf und ich wich in entferntere Kinos aus, in Berlin gibt’s ja genug :D.

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Zoo Palast während der Berlinale 2014

Bei der Berlinale 2014 wurde ich dann auf den Ende 2013 nach langem Umbau neu eröffneten ZOO PALAST aufmerksam, ich war nämlich in einer der vielen Berlinale Filmpremieren in einem Film im großen „Kino 1“. SO ein Kino war immer schon mein absoluter Traum, und ich saß sehr weit vorne, war halt eine der letzten Karten und freie Platzwahl:

  • SEHR große Beinfreiheit (gut 1m)
  • Selbst eine Reihe vor mir mit ner Basketballmannschaft würde niemals reichen, dass ich mal nen Teil eines Kopfes im Bild habe
  • Sitze zurückklappbar, also halbliegend Filme schauen
  • ALLE Sitze sehr breit, incl. Breite Lehnen, sitze aus Leder
  • Logenplätze der Hammer, man kann komplett liegend schauen, Tisch an der Seite, Bedienung am Platz, Füße bequem hochlegen, Beinfreiheit teilweise 2m und mehr
  • Geniale Show im Kino 1 vor jedem Film (Wasserfall, Licht- und Soundshow, teilweise Tanzeinlagen oder bei besonderen Filmen wie Spectre eigene Kreationen)

Ich war absolut geflasht, andere Kinosäle waren noch bequemer, seitdem bin ich zu Hause angekommen. Erfreulich hinzu kam noch, dass die Buslinie M49 direkt 200m von meiner Haustür 200m vom ZOO PALAST entfernt endet, also einfach in den Bus setzen und 40min später sitze ich im Kino, ohne umsteigen zu müssen o.ä.

Wer also nach Berlin kommt und gerne ins Kino geht, der MUSS dem ZOO PALAST einen Besuch abstatten, das Ambiente (Mitte 20, Jahrhundert) gepaart mit modernster Technik ist fantastisch. In den 2 Jahren ZOO PALAST war ich inzwischen mehr als 150x dort, ich liebe das.

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