• Dienstag , 25 April 2017

Für wen der iMac 4K wirklich sinnvoll ist

Seit einiger Zeit ist Apple’s neuer iMac mit 21,5 Zoll und einem 4K-Retina Display im Handel erhältlich. Neben eines fest verlöteten RAM-Speichers als auch einer fest verbauten CPU bringt Apple nun zum ersten Mal die 4K-Auflösung mit gestandenen 4096×2304 Pixeln in ihre Computer-Bildschirme. Die Daten und der Fortschritt sind in der Display-Technologie schön und gut, doch für wen lohnt sich überhaupt dieser neue iMac? Was ist der Unterschied zwischen dem normalen 21,5-Zoll iMac ohne 4K und für wen ist das neue Gerät überhaupt wirklich interessant? Wir geben Antworten auf wichtigere Fragen als nur die technischen Daten zum x-ten Mal rauf und runter zu rezitieren.

Folge nicht dem 4K-Hype, weil’s alle tun 

Ein Hype kann viel auslösen, besonders der um eine neue Technologie. Natürlich steckt hinter der neuen Auflösung ein technischer Fortschritt, aber ist ein Fortschritt immer für den Einzelnen relevant und den Kauf wirklich wert? Das Problem ist, dass heutzutage viele Unternehmen diese Technologie bzw. folglich den Begriff 4K oder 4K UHD (Ultra High Definition) verwenden, um auf neue Produkte aufmerksam zu machen. Es ist also in vieler Hinsicht eine Art Marketing-Trick. Die Konsumenten sollen denken, dass diese Technologie die Zukunft ist und sie ihr altes Gerät durch einen Neukauf unbedingt auf den neusten Stand bringen müssen. Viel wichtiger ist es aber als Käufer zu wissen, ob eine Technik wirklich ausschlaggebend und ein Neukauf wert ist. Das ist es nämlich in vielen Fällen ganz und gar nicht.

Die Kunst, 4K zu verstehen

Der Trend zu höheren Auflösungen wird nie aufhören. Die Pixel müssen kleiner bzw. mehr werden, die Bildschirmdiagonalen größer und die Farben noch realistischer. Für die meisten Konsumenten ist der Begriff 4K immer noch nur irgendein Begriff. 4K, QFHD,  4K UHD, Ultra High Definition – Wörter oder eher Kürzel mit denen viele eigentlich gar nichts anfangen können. 4K ist lediglich eine Bezeichnung für die Auflösung von 3840 Pixeln in die Breite und 2160 Pixeln in die Höhe. Das bedeutet die doppelte beider Seitenlängen von der Full-HD-Auflösung 1920×1080 Pixeln. Durch diese Veränderung vervierfacht sich die Gesamtpixelanzahl von ca. 2 Millionen auf ungefähr 8 Millionen Pixel.

Seit 2012 wird UHD (Ultra High Definition) als 4K offiziell anerkannt. Somit haben fast alle Displays im Konsumerbereich wie TVs und Monitore eine Auflösung von 3840×2160 Pixel. Allerdings ist das nicht der eigentliche 4K-Standard, denn dieser ist nochmal 256 Pixel breiter und bietet eine Auflösung von 4096×2160 Pixel.  Der Unterschied bei 4K und UHD ist, dass der originale 4K ein Produktions- und Kino-Standard ist. UHD ist dagegen lediglich ein Verbraucherstandard für die meisten elektronischen Display-Geräte heutzutage.

Der iMac mit echtem 4K

Wer nun aufgepasst hat, dem wird aufgefallen sein, dass der neue 4K-iMac von Apple wie oben angegeben die professionelle 4K-Auflösung hat, und nicht den UHD-Verbraucherstandard. Was bedeutet dies? Heißt das, dass das neue Gerät das absolute Ultimo in Sachen Monitoren darstellt und man die ganzen TVs mir ihrer abgespeckten 4K-UHD-Auflösung bei Media Markt gediegen stehen lassen kann?

Auf keinen Fall, im Grunde genommen genau das Gegenteil. Auch wenn 4K zwei verschiedene Auflösungen heutzutage bietet, müssen wir verstehen, für welche Geräte und welchen Konsum diese Standards relevant sind:

Im Konsumerbereich ist 4K natürlich stark im Kommen. Viele Kinos strahlen ihre Filme bereits in 4K aus und die neusten Fernseher sind ohne 4K Standard schon wieder alte Modelle. Das mag natürlich auf der einen Seite stimmen, doch ob sich der Umstieg und ein teurer Neukauf eines 4K-TV bereits lohnt ist fraglich. 4K Fernseher bieten ganz klar ein unglaublich scharfes Bild, vor allem wenn man näher am Bildschirm sitzt, aber was bringt einem die Möglichkeit scharfe Bilder abzuspielen, wenn diese noch kaum vorhanden sind? Bei den Fernsehsendern und Live-Sendungen kann man noch bis Mitte/Ende 2016 mit keiner 4K-Übertragung rechnen. Der einzige Bereich in dem 4K derzeit schnell voranschreitet ist das Streaming-Angebot. Das Amazon Fire TV bietet schon einen vollwertigen 4K-Player sowie einige Filme und Serien in der neuen Auflösung, dafür aber auch für einen happigen Preis. Der US-Streamingdienst Netflix dagegen bietet schon in seinem Abo hochqualitativ produzierte Serien wie „House of Cards“ oder „Breaking Bad“ in 4K.

Aber ob der Unterschied und der Mehrwert wirklich so groß sind für einen Kauf eines 4K-Fernsehers?

Jetzt kommen wir von den Fernsehern zu den Desktop-Monitoren. Die Display-Größe von 50-60 Zoll schrumpft hier auf süße 21,5 Zoll des neuen iMacs mit vollwertiger 4K-Auflösung. Ist auf so einem Bildschirm der neue Standard wirklich relevant?

Wer sollte den 4K-iMac kaufen?

Auch wenn durch die Masse an Pixeln das Bild schärfer und die Farben leuchtender werden – für die meisten von uns ist die 4K-Auflösung auf jeden Fall KEIN relevanter Kaufgrund. Der Punkt ist, dass der Unterschied zwischen Full-HD und 4K vom Durchschnittsverbraucher eher selten wahrgenommen wird.

Die Auflösung wird erst für diejenigen richtig interessant, die solche ultrahohen Auflösungen zum Arbeiten benötigen oder High-End Games spielen wollen. Hier kommt nämlich der eigentliche Nutzen zum Vorschein. Gerade im Bereich Video- und Bildproduktion ist ein 4K-Display bald schon ein Muss, da das meiste Bildmaterial von den heutigen Kameras ebenfalls in 4K aufgenommen wird und für die Ausgabe und Bearbeitung ein 4K-Monitor natürlich sinnvoll ist. Auch wenn man mit viel Text und Codes arbeitet, kann hier der Standard von Vorteil sein. Der Unterschied für die Betrachtung und Bearbeitung von PDFs, Code-Skripten und Webseiten kann hier für einen Professionellen enorm sein.

Allerdings kann man in der Computertechnologie die Auflösung nicht einfach hochschrauben und denken es liefe alles genauso mit derselben Hardware. Ein zusätzlicher Punkt den man beachten muss ist, dass 4K-Anwendungen durch ihre ultrahohe Auflösung gleichzeitig gleichzeitig auch mehr technische Anforderungen haben. Ein 4K-Video oder sogar ein PC-Game in 4K-Auflösung, welches ruckelfrei mit einer hohen FPS-Anzahl laufen soll, sprengt die aktuelle Hardware-Ausstattung der meisten Computer komplett.

iMac 4K vs. 5K

Zum Schluss fragen sich womöglich noch einige was dann der Unterschied zwischen dem 21,5 Zoll 4K-iMac und dem 27 Zoll-iMac mit 5K ist und welcher für den Kauf zu empfehlen ist.

Der 27 Zoll iMac mit 5K hat eine sagenhafte Auflösung von 5120×2880 Pixel. Das bedeutet eine noch höhere Auflösung als der 4K-iMac, jedoch auch zusätzliche Hardwareanforderungen und so weiter. Der Vorteil beider iMacs gegenüber älteren Modellen ist, dass sie durch IPS-Technik einen größeren Blickwinkel und natürlichere Farben bieten, aber vor allem besitzen sie mit einem neuen P3-Farbumfang 25% mehr Farbenfülle als alle bisherigen iMacs.

Technisch unterscheiden sich die beiden Modelle logischerweise ebenfalls sehr. Der 4K-iMac kommt mit einem schwächeren „Broadwell“-Prozessor, der bei 3,1 GHz anfängt und auf 3,3 GHz aufgestockt werden kann. Der 5K-iMac besitzt den starken „Skylake“ Prozessor der von 3,2 GHz hoch bis zu 4,0 GHz geht. Der 4K-iMac hat eine integrierte Intel Iris Pro Graphics 6200 Grafikeinheit, die für den Bildschirm absolut ausreichend ist. Das 5K-Biest bietet dagegen eine AMD Radeon mit standardmäßigen 2GB Speicher und kann sogar bis 4GB erweitert werden. Beide RAM-Speicher der iMacs fangen bei 8GB an und können bei dem 4K-iMac auf 16GB und bei dem 5K-iMac sogar auf 32GB erweitert werden. Die iMacs kommen standardmäßig mit 1TB HDD-Festplatten, die auf jeden Fall zu Fusion-Drive-Festplatten oder reinem Flash-Speicher umgerüstet werden sollten.

Fazit

Letztendlich ist zweierlei zwischen allen iMacs abzuwägen. Erstmal sollte man sich im Klaren sein, ob 4K bzw. 5K für den eigenen Gebrauch benötigt wird. Allein schon der Umstieg vom normalen 21,5 Zoll iMac zum 4K-Retina iMac kostet mindestens 200€ Aufschlag. Ob sich der Spaß wirklich lohnt, oder ob man das Geld lieber in ein neues Paar RAM-Riegel steckt sollte man selber wissen.

Zwischen 4K und 5K iMac muss unterschieden werden ob die Größe des Displays eine entscheidende Rolle spielt und ausschlaggebend das Budget ist. Hat man weniger Schreibtischfläche zur Verfügung sowie ein begrenztes Budget, benötigt aber eine 4K-Auflösung, dann fährt man ökonomisch sehr gut mit dem neuen 4K-iMac. Allerdings muss man für das geringere Budget auch hardwaretechnische Einbußen in Kauf nehmen und sich mit einer Broadwell-CPU und einer Irish Pro Grafikkarte zufrieden geben.

Wer sollte den 27-Zoll 5K-iMac kaufen? Auf jeden Fall wer es größer mag und bei dem Geld das kleinste Entscheidungskriterium darstellt. Du hast viel Arbeitsfläche und möchtest vor allem mit einer riesigen Bildschirmoberfläche arbeiten, um so viel wie möglich auf einmal zu erledigen? Dann ist das 5K-Biest von Apple die richtige Wahl und wird auf jeden Fall alle Bedürfnisse vollständig befriedigen.

Wir hoffen euch hat unsere etwas ausführliche Darstellung des neuen 4K-iMacs und der dazugehörigen Technik gefallen und etwas schlauer gemacht. Gerne dürft ihr auch weitere Informationen, Anregungen und Meinungen über die iMacs in die Kommentare schreiben. Wir freuen uns immer über Diskussionen.

Beitragsbild: Quelle: Pixabay, FirmBee, Lizenz CC0 Public Domain

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