• Sonntag , 24 September 2017

Werden Tablets aussterben?

2010 galten sie noch als „das nächste große Ding“. Apple ging als Vorreiter mit dem ersten iPad voraus, Samsung zog mit dem Galaxy Tab nach, sowie schließlich etliche andere Android-Tablets. Nach sechs Jahren ist der Markt zwar mit Angeboten überflutet, doch wie sieht es heute wirklich aus? In Barcelona auf dem Mobile World Congress, wo die innovativen und zukunftsorientierten Konzerne ihre neusten Ideen vorstellen, waren kaum Tablets zu finden. Sind Tablets also bereits tot?

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Auch wenn Apple als Tablet-Anführer nicht an dem Kongress teilgenommen hat und man in Barcelona auch einzelne Android Tablets erhaschen konnte – die Zukunft von Firmen wie Samsung oder LG sind Tablets definitiv nicht. Sie kündigten in dem Bereich keine neuen Modelle an und haben während ihren Konferenzen noch nicht einmal den Tablet-Markt erwähnt. Auch wenn die Konsumenten es sich vielleicht weiterhin wünschen würden, aber die großen Unternehmen versuchen heutzutage noch nicht mal neue Produkte auf den Markt zu bringen.

Lenovo’s günstige Android Tablets gehen unter, genauso wie zum Beispiel das Huawei MateBook, dass auch nur eine Surface-Pro Kopie darstellt. Sind heute noch viele so begeistert vom Nexus 7, wie zu dem Release-Zeitpunkt? Was ist mit dem LG G Pad II, dem Sony Experia Z4 oder dem Samsung Tab S2? Dies sind technisch wirklich anspruchsvolle Geräte, aber bekommen sie die Aufmerksamkeit die sie eigentlich verdienen sollten? Und welches dieser ganzen Modelle sticht noch wirklich als das Beste heraus?

Die Probleme im Tablet-Markt sind einfach folgende:

Tablets sind zum größten Teil nur noch „Consumer goods“, sprich also einfache Gebrauchsgüter. Es gibt viele gute Geräte unter 200€, vor allem die chinesischen Billigmarken stellen mittlerweile Power-Tablets für einen wirklich schmalen Taler her. Dadurch können große Konzerne kaum noch große Margen mit ihren Modellen erzielen.

Zweitens: Der Lebenszyklus eines Tablets ist einfach um Welten länger als die eines Smartphones. Wie schon erwähnt werden Tablets fast nur als Konsumprodukt genutzt. Und wenn entsprechend der Lieblings-Streamingdienst, Facebook und das ebook-Reader läuft, dann laufen diese Sachen. Durch diese langen Zyklen für das nächste Ersatzgerät wird die Aufmerksamkeit der neuen, innovativen Business-Tablets immer mehr entzogen.

Der dritte Punkt ist, dass Smartphones nebenbei immer größer werden. Früher hat man 5,3-Zoll Smartphones noch als sogenannte „Smartlets“ oder „Phablets“ gesehen. Heute sind es ganz normale Smartphones mit einer herkömmlichen Bildschirmgröße. Riesige Smartphones sind der neue Standard geworden und die Besitzer benutzen sie deswegen auch immer mehr für Dinge, die sie auch auf ihrem Tablet machen könnten.

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Es ist wahrscheinlich an der Zeit der Wahrheit ins Auge zu blicken. Die Zeit der Tablets war die letzten Jahre über aufregend und den Innovationen gerecht, doch dieser Kampf um das „beste“ Tablet wird so langsam ein Ende haben. Mit gängigen Entwicklungen wie Display, Leistung usw. werden es die Konzerne nicht mehr schaffen sich zu differenzieren. Die Spezifikationen, Hardware und Funktionen werden von Tablets und Smartphones immer mehr vereinheitlicht, dass die Tablets für viele immer überflüssiger werden.

Einzig Apple hat den Umschwung früh genug erkannt und probiert seine iPads von den iPhones abzugrenzen und eine nächste Generation der Laptops zu kreieren. Und das tatsächlich mit Erfolg. Das iPad Pro stellt mit seinen Innovationen die Messlatte so hoch, dass kaum ein anderes Tablet diesen Ansprüchen wirklich gerecht werden kann. An Apple’s Verkaufszahlen ist dies außerdem unverkennbar. Auch wenn Apple mit iPad-Rückgängen zu kämpfen hat, verkaufen sie immer noch sehr gut und erzielen hohe Margen mit ihren Geräten.

Vielleicht hätten Tablets ja sogar das Potential für ein Comeback. Sie müssten optimale Ersatzgeräte für Laptops sein, digitale Arbeitsflächen für Künstler oder andere Differenzierungen bieten. Aber irgendetwas muss sich – besonders bei den Android Tablets – verändern, damit die Tablet-Generation irgendwann nicht ganz ausstirbt.

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